Freitag, 15. Mai 2015

Rezension: "Abgeschnitten" ****

Titel: Abgeschnitten
Autoren: Sebastian Fitzek, Michael Tsokos
Genre: Thriller
Verlag: Droemer Knaur (in meinem Fall Weltbild)
Jahr: 2012
Seiten: 400
ISBN: 978-3-426-19926-8
Format: Taschenbuch
Preis: 9,99 €
Urteil: 4/5 Sterne

Da das Buch ausgeliehen war, kann ich leider kein Foto mehr vom Cover machen. Aus Urheberrechtsgründen möchte ich auch keines von anderen Seiten klauen. Wer sich ein Coverfoto ansehen möchte, kann hier, bzw. für die Weltbild-Version hier klicken.

Klappentext

"Rechtsmediziner Paul Herzfeld findet im Kopf einer monströs zugerichteten Leiche die Telefonnummer seiner Tochter. Hannah wurde verschleppt - und für Herzfeld beginnt eine perverse Schnitzeljagd. Denn der psychopathische Entführer hat eine weitere Leiche auf Helgoland mit Hinweisen präpariert. Herzfeld hat jedoch keine Chance, an die Informationen zu kommen. Die Hochseeinsel ist durch einen Orkan vom Festland abgeschnitten, die Bevölkerung bereits evakuiert. Unter den wenigen Menschen, die geblieben sind, ist die Comiczeichnerin Linda, die den Toten am Strand gefunden hat. Verzweifelt versucht Herzfeld sie zu überreden, die Obduktion nach seinen telefonischen Anweisungen durchzuführen. Doch Linda hat noch nie ein Skalpell berührt. Geschweige denn einen Menschen seziert ..."

Rezension
(Achtung! Enthält Spoiler!)

Ein Bestseller-Autor und ein Rechtsmediziner schreiben zusammen ein Buch. Was kommt dabei wohl raus? Diese Frage habe ich mir gestellt, als ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal von "Abgeschnitten" gehört habe. Dieses Frühjahr habe ich das Buch dann endlich gelesen - und wurde nicht enttäuscht!

Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt: von Rechtsmediziner Paul Herzfeld, Comiczeichnerin Linda und einem Mädchen, das einem Triebtäter zum Opfer gefallen ist. Wer dies ist, wird gegen Ende des Buches aufgelöst.

"Abgeschnitten" ist spannend bis zur letzten Seite und es gibt immer wieder Wendungen, die Schwung in die Handlung bringen. Die Kapitel sind relativ kurz, was ich besonders mag, da mich dies zum Weiterlesen animiert.

Ich konnte mich sehr gut in die Figuren hineinfühlen, vor allem in Paul Herzfeld, den liebenden Vater, der seine Tochter retten will und Linda, die versehentlich in das Geschehen hinein gerät und als völlige Laie Leichen sezieren soll. Die Figur des Hausmeisters fand ich ebenfalls sympathisch - mir gefällt die Idee, dass er Komiker werden will. Ingolf von Appen hatte ich die ganze Zeit fälschlicherweise im Verdacht, dass er mit den Verbrechern und einer Decke stecken könnte. Er ist mir ein bisschen zu klischeehaft gewesen, allein schon wie sein Äußeres beschrieben wird und er sich ausdrückt. Daher konnte ich mich nicht wirklich mit der Figur anfreunden.

Michael Tsokos' Know-How über Rechtsmedizin war für die Geschichte eindeutig eine Bereicherung. Ich habe schon etliche Fitzek-Bücher gelesen, die wirklich gut recherchiert waren, aber so detailgetreu kann nur ein echter Experte eine Leichenobduktion beschreiben. Dank Fitzeks Talent für spannende Beschreibungen wurde das auch nicht langweilig. Im Gegenteil. Die Dosis war genau auf den Plot abgestimmt. Manchmal hatten die Szenen sogar richtig Gruselfaktor - was mir gut gefallen hat!

Fitzeks Thriller gehören zu den besten (und kommerziell erfolgreichsten), die die deutsche Bücherwelt zu bieten hat. Sie haben meiner Meinung nach aber eine Schwachstelle: Das Ende. So spannend die Geschichten auch sind, in manchen seiner Bücher, war die Auflösung enttäuschend (z. B. in "Die Therapie"). In "Abgeschnitten" ist das Ende jedoch stimmig, wenn auch ganz anders, als der Leser erwartet (wie eigentlich immer bei Fitzek). Nicht so gut gefallen haben mir die Abweisung, die Hannah ihrem Vater nach der Rettung entgegen bringt und ihre Verharmlosung der Entführung. Die Erklärung "Stockholm Syndrom" wird zwar erwähnt, jedoch finde ich sie nicht ganz überzeugend.

Was mir ein Rätsel blieb, war der Wind um die Schlägerei, die im ersten Kapitel erwähnt wurde. War das wirklich wichtig für die Handlung?
 
Fazit

Den beiden Autoren Fitzek und Tsokos ist ein echt spannender Thriller gelungen. Absolut empfehlenswert!



Kommentare:

  1. Hallo Myna,

    eine tolle Rezension :) Das Buch liegt noch ungelesen bei mir, aber soll im nächsten Monat endlich von seinem traurigen Dasein befreit werden :)

    Liebe Grüße
    Eva

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    1. Hallo Eva,

      freut mich, dass dir die Rezension gefällt. Das Buch ist definitiv sehr spannend und ich hoffe, dass es dir ebenso tolle Lesestunden beschert wie mir! :)

      Viel Spaß beim Lesen!
      Myna

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