Freitag, 24. Juli 2015

5 Mythen rund ums Schreiben

 
Schreiben gehört zweifelsohne zu den ältesten Freizeitbeschäftigungen der Welt. Dennoch wissen Schreiberlinge nur zu gut, mit welchen Vorurteilen und Mythen man bei Ausübung dieser Tätigkeit zu kämpfen hat. Ja, ich bezeichne es absichtlich nicht als "Hobby", da es für viele mehr ist - ein Lifestyle, eine Leidenschaft, etwas, dass einem Sinn gibt.
Hier habe ich einmal fünf Mythen rund um das Thema Schreiben gesammelt und erörtert. Wenn ihr euch darin wiederfindet oder euch vielleicht noch mehr Mythen einfallen, scheut euch nicht, mir einen Kommentar zu hinterlassen.

1. Mythos: "Autoren sind Leute, die Bücher bei einem Verlag veröffentlichen."

In erster Linie sind Autoren Urheber eines veröffentlichten Textes. Dabei ist es völlig unerheblich, ob der Text bei einem Verlag erschien oder nicht. Jeder, der einen Text verfasst und veröffentlicht, wird automatisch zu dessen Autor.
Abgrenzen kann man hier die "Schriftsteller". Dieser Begriff wird vorzüglich für Autoren benutzt, die
  1. bei einem Verlag veröffentlichen (kein Selfpublishing oder DKZ)
  2. ihren Lebensunterhalt ganz oder größtenteils durch das Bücher schreiben verdienen

2. Mythos:  "Vom Schreiben wird man reich und berühmt."

Es gibt viele Wege, reich und berühmt zu werden. Schreiben gehört nicht unbedingt dazu. Natürlich gibt es Ausnahmen wie J. K. Rowling oder Stephen King, aber das ist keinesfalls die Regel. Als Autor hat man großes Glück, wenn man vom Schreiben allein überhaupt leben kann - und da zählt man bereits zur Elite. Die meisten Autoren schreiben neben ihrem Brotberuf.

 

3. Mythos:  "Schreiben ist Talentsache: entweder man kann es oder man kann es nicht."

Schreiben ist in erster Linie ein Handwerk - und dieses Handwerk kann man erlernen. Natürlich macht eine Prise an Talent die Sache einfacher. Einen gewissen Sinn für Sprache sollte man schon mitbringen, um erfolgreiche Texte verfassen zu können. Aber das ist noch lange keine Garantie dafür, dass man Romane schreiben kann. Dazu muss man das Handwerk erlernen. Wie baut man einen Plot richtig auf? Wie entwickelt man Charaktere? Wie schreibe ich spannend? Warum braucht mein Roman eine Prämisse? All diese Dinge muss man sich im Laufe der Zeit aneignen und das ist ein langer Prozess. Nebenher muss man natürlich üben, üben, üben. Nur wer regelmäßig schreibt, lernt, schöne Sätze zu formulieren und sich gekonnt auszudrücken.

 

4. Mythos: "Wenn man einen Roman schreiben will, muss man auf die Muse warten."

Das habe ich lange Zeit auch gedacht - mit dem Ergebnis, dass ich gar nicht mehr geschrieben habe. Das mit der Muse ist eine verflixte Sache: Wenn man auf sie wartet, kommt sie garantiert nicht. Kreativität entsteht, wenn man aktiv ist. Viel effektiver ist es, frei zu schreiben. Wie das geht? Ganz einfach: Du setzt dich an deinen PC und öffnest ein neues Dokument oder nimmst alternativ einen Stift und ein Blatt Papier zur Hand. Dann stellst du dir einen Wecker, sagen wir auf fünfzehn Minuten. Und los! Jetzt heißt es schreiben - und zwar alles, was dir in den Kopf kommt. Das können die verrücktesten Sachen sein und wenn dir überhaupt nichts einfällt, schreibst du einfach, dass dir nichts einfällt und das so lange, bis die fünfzehn Minuten vorbei sind. Fakt ist aber, dass dir dabei Ideen kommen werden - und wenn es nur ganz kleine Ideefetzen sind. Kreativität muss man ankurbeln. Sie kommt nicht von alleine.
Alternativ gilt: Rausgehen! Aktiv sein! Ideen warten überall draußen, aber sie kommen nicht zu dir ins Wohnzimmer vor den Fernseher. Indem du nichts tust, wird dich die Muse garantiert nicht küssen.

 

5. Mythos: "Einen Roman zu schreiben ist einfach. Man muss sich einfach nur was ausdenken und das aufschreiben."

Ganz ehrlich: Ich glaube, ich habe noch nie etwas Schwierigeres versucht, als einen Roman zu schreiben!
Es gibt so viel, das man beachten muss: man muss nicht nur einen spannenden Plot entwerfen und lebendige Charaktere entwickeln, sondern auch auf Logikfehler und dergleichen achten. Man tappt so leicht in Fallen oder schreibt sich fest. Ganz zu Schweigen von der ausführlichen Recherche die meistens im Vorhinein getätigt werden muss.
Daher wage ich zu behaupten: Wer sagt, Romane zu schreiben sei einfach, der hat es noch nie ernsthaft versucht!

Na, kannst du dich mit dem Artikel identifizieren? Welche Mythen fallen dir zum Thema Schreiben ein? Ich würde mich sehr über eure Kommentare freuen :)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen